GESUNDHEITSCAMPUS IMMUNOLOGIE, INFEKTIOLOGIE UND INFLAMMATION

Bessere Therapie gegen Blutkrebs, trojanische Pferde und Kinderkrankheiten – die GC-I³ Paper des Jahres 2018

2018 verlieh der Gesundheitscampus Immunologie, Infektiologie und Inflammation zum dritten Mal den Preis für das „Paper des Jahres“. Auch dieses Jahr wählte die Jury die besten drei Arbeiten aus den zahlreichen Bewerbungen der Mitglieder aus, die Reihenfolge der Gewinner konnten dann alle Mitglieder des GC-I³ in geheimer Abstimmung festlegen.

Preisverleihung Bärbel Edelmann durch Prof. Lohmann

Mit dem ersten Platz wurde Dr. Bärbel Edelmann-Stephan (PostDoc in der Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie) für Ihre Arbeit mit dem Titel „JAK2-V617F promotes venous thrombosis through β1/β2 integrin activation“ ausgezeichnet. Sie wurde im „Journal of Clinical Investigation“ publiziert und war im Oktober 2018 sogar auf dem Titelbild zu sehen. Die Befunde Ihrer Arbeit bieten einen neuen, innovativen Therapieansatz für Patienten mit chronischer myeloproliferativer Neoplasie (CMN). Bei der herkömmlichen Behandlung sind hier Thrombosen die häufigsten Komplikationen. Edelmann und ihr Team erforschten einen neuen Therapieansatz, bei dem durch die Verwendung von blockierenden Antikörpern gegen β1 und β2 Integrine, in Kombination mit den gängigen CMN Medikamenten, die Thromboseneigung und somit die Nebenwirkungen reduziert werden. Prof. Thomas Fischer nahm den Preis stellvertretend entgegen.

Preisverleihung Jan DudeckDer zweite Platz wurde Jan Dudeck (Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Molekulare und Klinische Immunologie) verliehen. Seine eingereichte Arbeit „Engulfment of mast cell secretory granules on skin inflammation boosts dendritic cell migration and priming efficiency” wurde im Fachblatt “Journal of Allergy and Clinical Immunology” publiziert. Mastzellen sind periphere Immunzellen, die eine wichtige Rolle bei der Immunreaktion spielen. Vor mehr als 90 Jahren entdeckte man, dass sie nach der Aktivierung aus ihren Granula explosionsartig Entzündungsmediatoren freisetzen, die wichtige Bestandteile für die Immunantwort enthalten. Bis heute ist jedoch unklar, was danach mit den Granula passiert. Dudeck et al. präsentieren nun eine Methode, die Mastzell-Granula in vivo einzufärben. Damit beweisen sie, dass die Granula mehrere Tage in der extrazellulären Matrix verbleiben, worauf Dendritische Zellen (DCs) dort akkumulieren, die Granula aufnehmen und in die Lymphknoten transportieren. Die Granula modifizieren darüber hinaus die DCs von innen wie das sprichwörtliche „Trojanische Pferd“ und tragen somit  zu einer besseren Antigenpräsentation und T-Zell-Aktivierung bei.

Preisverleihung Katrin VogelDer dritte Platz ging dieses Jahr an Dr. Katrin Vogel (Abteilung für Experimentelle Pädiatrie und Neonatologie) für ihre Arbeit „Developmental induction of human T-cell responses against Candida albicans and Aspergillus fumigatus“. Darin untersuchten sie und ihre Gruppe, die T-Zell-Antworten gegen Antigene zweier Pilzarten bei Neugeborenen und Kleinkindern. In den ersten Lebensjahren weisen Kinder einen T-Zell-Pool von 20 verschiedenen TCR-Vβ-Familien auf. Im Alter nimmt dieser exponentiell ab. Auch die Zytokinexpression nach Kontakt mit Pilzantigenen unterscheidet sich bei Kindern und Erwachsenen deutlich. Während bei Kindern keine Favorisierung einer IL-4 Expression zu verzeichnen ist, kann man deutlich die Tendenz einer IL-17 Produktion beobachten. Nur die T-Zellen von Neugeborenen zeigen eine sofortige und gleichzeitige Expression mehrerer Transkriptionsfaktoren beim Kontakt mit Pilzantigenen. Vogel et al. beweisen also, dass T-Zellen von Neugeborenen dafür vorbestimmt sind, mit hoher Plastizität auf Pilzpathogene zu regieren. Ihre Ergebnisse sind sehr wertvoll für das Verständnis der Interaktion von Krankheitserregern und T-Zellen und werden zur Entwicklung neuer Behandlungsstrategien beitragen.

Freuen durften sich die Gewinner auch dieses Jahr über jeweils 1000, 500 und 250 Euro. Die feierliche Verleihung der Preise und Auszeichnungen fand am 9. Mai 2019 im Rahmen der jährlichen Mitgliederversammlung des GC-I³ statt. Auch 2019 ruft der GC-I³ die Wissenschaftler des Forschungsbereichs wieder dazu auf, ihre Arbeiten für den Titel „Paper des Jahres 2019“ einzureichen.

Letzte Änderung: 21.05.2019 - Ansprechpartner:

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